Die Arbeitsgemeinschaft
Fernsehworkshop Entwicklungspolitik ist ein Zusammenschluss von Organisationen
aus der Entwicklungszusammenarbeit, der interkulturellen Bildungsarbeit und dem
Film- und Fernsehbereich. Bereits seit 1972 werden regelmäßig aktuelle Film-
und Fernsehproduktionen zu entwicklungspolitischen Themen vorgestellt und in
Veranstaltungen und Seminaren die aktuellen Debatten um Medienpräsenz von
Nord-Südthemen zur Diskussion gestellt.
Die Geschäftsführung des
Fernsehworkshop Entwicklungspolitik liegt beim Büro für Kultur- und
Medienprojekte gGmbH, Hamburg. Ein Geschäftsführender Ausschuss, der aus den
Reihen der Träger gebildet wird, vertritt die Belange des Fernsehworkshop
Entwicklungspolitik und bereitet die Veranstaltungen vor.
Der Fernsehworkshop Entwicklungspolitik
Alle zwei Jahre bietet der
Fernsehworkshop Entwicklungspolitik die Möglichkeit, ein breites Spektrum an
neuen entwicklungsbezogenen Film- und Fernsehproduktionen zu sichten und mit
Filmschaffenden, FilmkritikerInnen und Fachleuten aus der Medienarbeit und der
entwicklungspolitischen Bildung zu diskutieren. Während dieser Workshops wird
eine Auswahl an Filmen vorgestellt, die einen Einblick in die Vielfalt des
filmischen Umgangs mit entwicklungspolitischen Fragestellungen bietet, sich aber
auch an dem Gedanken der Einen Welt und des interkulturellen Dialogs orientiert.
Trotz Globalisierung und
weltumspannender Informationsflüsse kommt diesen Themen in den Medien nicht die
Bedeutung zu, die ihnen aufgrund der Weltentwicklung zusteht. Die
Auseinandersetzung mit der Einen Welt ist stark von Medien- und Filmbildern geprägt.
Diese Bilder kritisch zu hinterfragen, innovative Projekte vorzustellen und
schließlich Kriterien für eine sachgerechte und qualitativ anspruchsvolle
Darstellung zu diskutieren, ist Aufgabe des Fernsehworkshop Entwicklungspolitik.
Damit ist auch die Einsicht verbunden, dass im Bereich des Globalen Lernens
Medienkompetenz zu einem immer wichtigeren Faktor wird.
Neben der Sichtung ist die
Diskussion über Qualität und Repräsentation der Einen Welt in den Medien
grundsätzliches Anliegen. Die inhaltlichen Akzente leitet der Fernsehworkshop
Entwicklungspolitik aus der Einsicht ab, entwicklungspolitische Fragestellungen
als Querschnittsaufgabe zu denken, die nicht nur Nord-Süd-Verhältnisse
betreffen, sondern staaten- und gesellschaftsübergreifende Dimensionen
angenommen haben. Damit
reagiert die Arbeitsgemeinschaft auf die Erfahrung, dass der Themenkanon Dritte
Welt, Unterentwicklung, entwicklungspolitische Paradigmen etc. bisherige
Ressortgrenzen überschreitet und dass das Bewusstsein für globale Zusammenhänge
gewachsen ist.
2001 konnte im Rahmen des
Fernsehworkshop Entwicklungspolitik zum ersten Mal der Eine-Welt-Filmpreis
NRW verliehen werden. Mit dem Preis, der jetzt vom Ministerium für
Generationen, Familie, Frauen und Integration gestiftet wird, wird die Arbeit
von Autorinnen und Autoren gewürdigt, deren Filme für Probleme in Ländern des
Südens sensibilisieren, die aber auch Ansätze von Veränderungen aufzeigen und
einen Perspektivwechsel ermöglichen.
Immer stärkere Beachtung finden Produktionen von Autorinnen und Autoren aus Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. In der Veranstaltungsreihe "Der Süden über sich", die einmal im Jahr stattfindet, stehen diese Filme im Mittelpunkt. Ziel ist es, aktuelle Themen als Südsichten zu reflektieren. Filme werden verstärkt in ihrer kulturellen Dimension betrachtet und als wichtiger Beitrag zum interkulturellen Dialog gewertet.
Die erste Veranstaltung der Reihe "Der Süden über sich" war die Sichtung der "Developing Stories", Filme die auf Initiative der "One World Group of Broadcasters" von Filmschaffenden aus Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas produziert wurden. Diese Filme stellten den Bezug zu den Themen der UN-Konferenz "Umwelt und Entwicklung" 1992 in Rio de Janeiro her und waren die jeweils spezielle Betrachtung globaler Probleme. Auch die Schwerpunkte der vergangenen Jahre orientierten sich an Aktualität und darüber hinaus Offenheit gegenüber anderen Sichtweisen. So wurden Themen wie "Migrationsgeschichten", "Der Islam in der Moderne", "China-Bilder" und "Die Macht der Gefühle vom Wandel der Beziehungen und Verhältnisse" filmisch erfahrbar. 2000 stand das "Internationale Jahr der Kultur des Friedens" und die Umsetzung in Filmen im Mittelpunkt einer Seminarveranstaltung.
Seminare und Veranstaltungen
2001:
Sichtungsveranstaltung und Verleihung des 1. Eine-Welt-Filmpreises NRW
2002: Veranstaltung zum
30jährigen Bestehen des Fernsehworkshop Entwicklungspolitik
2003:
Sichtungsveranstaltung und Verleihung des 2. Eine-Welt-Filmpreises NRW
2003:
Strategien der Annäherung - Darstellung des Fremden im deutschen Fernsehen
Das Seminar, das in Kooperation mit dem Goethe Forum München, der agdok, der
ZFP und dem Institut für Ethnologie und Afrikanistik der Universität München
durchgeführt wurde, befasste sich mit der Rolle, die das Fernsehen bei der
Wahrnehmung und Beurteilung der Welt spielt. Eine ausführliche Dokumentation
ist beim Horlemann-Verlag erschienen.
2004:
Der durstige Planet: Umwelt – Entwicklung – Nachhaltigkeit.
Workshop zur Berichterstattung im Fernsehen und zur JournalistInnenausbildung über
Nachhaltigkeitsthemen.
2005: Sichtungsveranstaltung und Verleihung des 3. Eine-Welt-Filmpreises NRW
2006: Erinnerungen an die Gewalt. Workshop im Rahmen des 21. Dokumentarfilmfestivals München
2006: EINE neue medien WELT. Neue Medientechnologien: Chancen für die entwicklungspolitische Filmarbeit? Workshop in Kooperation mit dem Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW
2007: Kamera: Blicke nach draußen. Workshop im Rahmen des 22. Dokumentarfilmfestivals München
2007: Sichtungsveranstaltung und Verleihung des 4. Eine-Welt-Filmpreises NRW